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"Immenses Sanierungspotenzial": RSV ruft Netzbetreiber zu Mitwirkung beim Thema Trinkwasserleitungen auf

(13.11.2020) Das Trinkwasserleitungsnetz in Deutschland kommt in die Jahre – entsprechend hoch ist das Interesse am Thema Sanierung von unterirdischen Versorgungsleitungen. Der RSV erarbeitet derzeit ein Merkblatt und lädt Wasserversorger - quasi "im Endspurt" – ein, sich aktiv zu beteiligen. Was Verantwortliche tun sollten, um die Sanierungschancen ihrer Leitungen für die Zukunft zu verbessern, verrät der Arbeitskreis schon jetzt.

In einer kurzen Online-Umfrage werden Netzbetreiber bis zum 18. Dezember gebeten, ihre aktuelle Sichtweise sowie ihren Bedarf zum Thema Trinkwasserleitungs-Sanierung wiederzugeben und Fragen zu stellen. "Wir freuen uns natürlich auch über eine persönliche Präsenz bei einer unserer Arbeitskreissitzungen.", sagt Dr. Susanne Leddig-Bahls, Obfrau des RSV Arbeitskreises 1.3. Ein Link zur Umfrage ist unter www.rsv-ev.de hinterlegt.

"Goldstaub" für künftige Sanierungen

 "Viele wissen gar nicht, dass jeder Blick in ihr Leitungssystem wie Goldstaub sein kann", erklärt Susanne Leddig-Bahls. Anders als bei Abwasserfreispiegelleitungen stehen im Trinkwasserbereich keine obligatorischen Schächte für regelmäßige Inspektionen zur Verfügung. "Umso wichtiger ist es, wenn Sie bei einer Reparatur oder einer Aufgrabung zu Wartungszwecken die Gelegenheit nutzen, möglichst viele Daten zu sammeln und eine Zustandserfassung vorzunehmen", erklärt Leddig-Bahls. So sind allein die Informationen über das vorhandene Material, die Wanddicke, der genaue Rohrdurchmesser und Zustand sowie das umgebende Erdreich wichtige Hinweise für die künftige Sanierungsplanung. "Das alles sind wertvolle Bausteine für die künftige Substanzwerterhaltung", fasst Leddig-Bahls zusammen.

Hilfestellung für Versorgungsunternehmen

Der RSV Arbeitskreis tagt seit März diesen Jahres regelmäßig, um in einem Merkblatt die am Markt befindlichen Sanierungssysteme zu beschreiben und Anforderungen zu definieren. Das Blatt soll Netzbetreibern und Ingenieurbüros Hilfestellung bei ihrer Sanierungsplanung geben – eine Veröffentlichung ist im Frühjahr 2021 geplant. Neben den Mitgliedsunternehmen des RSV sind schon jetzt einzelne Vertreter von Wasserversorgern, Prüflaboratorien und Trinkwasser-Experten mit im Arbeitskreis, wie etwa das Gelsenkirchener Hygieneinstitut.

"Der Einsatz von vor Ort härtenden Schlauchliningverfahren zur Rohrleitungssanierung hat sich seit Jahrzehnten in der Praxis bewährt. Die Anwendung im Trinkwasserbereich stellt hier ganz besondere Anforderungen. Als RSV gehen wir insbesondere auf die Fragestellungen der Betreiber, Planer und Anwender ein", erklärt RSV-Vorstandsvorsitzender Andreas Haacker. Als Geschäftsführer des Prüflabors Siebert + Knipschild ist er ebenfalls Mitglied im Arbeitskreis.

Haacker freut sich über bereits weit fortgeschrittene Arbeit des Expertengremiums, aber auch über die rege Beteiligung seitens der Unternehmen und der Wasserversorger. "Wir denken, dass wir mit unseren Erfahrungen dazu beitragen können, die grabenlose Sanierung von Trinkwasserleitungen in Deutschland zu etablieren". Dass der Bedarf vorhanden ist, sei keine Frage: "Wir haben es in Deutschland mit zunehmend alternden Versorgungsleitungen zu tun  - es entwickelt sich ein steigender Sanierungsbedarf. Die Sanierungssysteme sind heute technologisch in der Lage, die Wasserversorgung auch in der Zukunft sicherzustellen – und zwar wirtschaftlich", so Haacker.

Die Trinkwasserleitungssanierung trägt dazu bei, Wasserverluste in Versorgungsnetzen zu reduzieren, was insbesondere zu Zeiten des Klimawandels und der damit verbundenen Wasserknappheit immer mehr im Fokus steht.

 

Hier geht es zur Online-Umfrage

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